für Studierende

Wir bieten Informationen und Vermittlung

SATIS versteht sich als Forum der Studierenden, die den ‘Tierverbrauch’ im Studium aus ethischen Gesichtspunkten ablehnen.

Wir bieten vielfältige Ressourcen, die von Studierenden genutzt werden können. Infomaterial aus der Publikationsliste und Flyer können bestellt werden. Aus unserem Leihsystem bzw. dem noch größeren Angebot von InterNICHE können über SATIS vielfäligte Lehrmaterialien kostenlos ausgeliehen werden. Einige Materialien sind als Freeware bzw. zu sehr günstigen Konditionen erhältlich. Sie können Dozenten zur Anschauung vorgelegt werden, in Kursen praktisch getestet oder auf Infoveranstaltungen vorgestellt werden. In unserer Uni-Übersicht können sich Schüler, Auszubildende und Studierende einerseits bei der Auswahl des Studienortes und Faches orientieren, andererseites aber auch alternative Praktika zu den Angeboten vor Ort suchen und den verantwortlichen Dozenten oder Tierschutzbeauftragten vorschlagen. Wir bieten Beratung und Hilfe bei der Studienplatzwahl, aber auch bei der Vermittlung zwischen Studierenden und Dozenten. Bei entsprechenden Fragestellungen könnt ihr gern mit uns Kontakt aufnehmen. Wir verwenden alle Daten vertraulich und unverbindlich, natürlich auf Wunsch auch anonym.

Aktiv werden

Es gibt viele Möglichkeiten sich auch selbst gegen den Tierverbrauch im Studium einzusetzen. Jede Form der Unterstützung ist wichtig. Einige Anregungen:

• Tipps zur Vorgehensweise, tierverbrauchsfreie Lehrmethoden im Studium einzuführen oder zumindest die tierverbrauchenden Übungen zu umgehen, gibt es hier.

• Die „Übersicht zur Situation des Tierschutzes an bundesdeutschen Hochschulen“ ist ein ständig aktualisiertes Nachschlagewerk auf unserer Webseite. Er dient Schülern als Orientierungshilfe bei der Studienortauswahl und Studierenden als Vergleichsmöglichkeit der eigenen mit anderen Unis. Bitte hilf uns, diese Übersicht auf dem aktuellsten Stand zu halten. Informiere uns über die Situation an Deiner Uni.

• Zur Information und Dokumentation benötigen wir ständig gute Fotos von im Praktikum verwendeten Tieren. Wenn Du keine Möglichkeit siehst, die „tierverbrauchenden“ Übungen in Deinem Studium zu umgehen, wäre es schön, wenn Du Fotos machen und sie uns zur Verfügung stellen könntest.

• Informiere Dich zu tierverbrauchsfreien Lehrmethoden und über Tierverbrauch , um gut argumentieren zu können.

• Organisiere einen Informationsstand an Deiner Uni. Die Einführungstage für Erstsemester und ähnliche Veranstaltungen bieten eine gute Plattform.

• Unterstütze unsere Arbeit durch Spende oder Mitgliedschaft im Bundesverband Menschen für Tierrechte.

• Setze einen Link zu unserer Homepage.

• Informiere Dich schon frühzeitig über Deine weitere Karriere. Unter www.invitrojobs.de werden Praktika und Abschlussarbeiten angeboten und es ist eine große Zahl von Arbeitsgruppen der tierversuchsfreien Forschung gelistet, die kontaktiert werden können. Der noch relativ junge Zweig der tierversuchsfreien Forschung und Alternativen zu Tierversuchen bietet ein großes Potential an möglicher Mitarbeit in Projekten und für Dich beste Karrierechancen.

Wie geht man vor?

Tipps zur Vorgehensweise, Alternativen in tierverbrauchenden Praktika durchzusetzen

Zunehmend werden tierschonende Alternativen in ehemals tierverbrauchenden Praktika im Studium der Biologie, Medizin und Tiermedizin eingesetzt. In anderen Kursen wurde dieser Schritt noch nicht vollzogen, aber bisweilen werden Studenten, die die Teilnahme an Übungen an Tieren aus ethischen Gründen ablehnen, Alternativen angeboten. Trotz dieser positiven Tendenz werden allerdings immer noch an den meisten Hochschulen Tiere zu Studienzwecken getötet und das Recht der Studierenden auf Gewissensfreiheit nicht gewürdigt.

Wenn Du zu den zahlreichen Studenten gehörst, die mit ‘Tierverbrauch’ im Studium konfrontiert werden und diesen ablehnen, denke daran, dass Deine ethische Überzeugung wichtig ist und dass Du ein Recht darauf hast. Es liegt an Dir, Veränderungen für Dich, für die anderen Studierenden und für die Tiere zu bewirken.

Vielleicht wird Deine ethische Überzeugung von Deinen Professoren oder Kursleitern respektiert und Du erreichst einen schnellen Erfolg. Es kann aber auch sein, dass Du auf erhebliche Schwierigkeiten stößt. Eine gute Vorbereitung macht einen Erfolg wahrscheinlicher. Das Studium weiterführender Literatur ist empfehlenswert.

1. Informationssammlung

• Verlasse Dich nicht darauf, was Dir andere Studierende erzählen, informiere Dich selbst.

• Sprich wie möglich mit den verantwortlichen Kursleitern so früh. Finde heraus, ob der Kurs ‘tierverbrauchende’ Versuche beinhaltet. Informiere Dich über Art und Anzahl der Tiere sowie über die Lernziele des Kurses. Frage, ob kritischen Studierenden Alternativen angeboten werden, wenn ja welche.

2. Gewissensfrage

• Prüfe Deine Position und Deine Motivation. Entscheide was Du willst, was Du nicht willst und warum. Werde Dir klar darüber, wo Du die Grenze ziehst (z.B.: Präparation von Parasiten, Verwendung von Einzellern, usw.). Einen Überblick bietet die Einführung zur Uni-Übersicht.

• Entscheide selbst, was für Dich eine akzeptable Alternative ist (z.B. ‘Schlachthofmaterial’, Beifang, ‘Forschungsabfall’ usw. bzw. ausschließlich wirklich humanes Lehrmaterial). Denke daran, dass Du studierst, um zu lernen und dass eine mögliche Alternative dem Ausbildungsstandard und dem Kursziel entsprechen sollte.

• Mach Dir Gedanken darüber, wie weit Du bereit bist, Dich für die Durchsetzung Deiner Überzeugung einzusetzen.

• Suche Gleichgesinnte unter Deinen Kommilitonen, auch in anderen Matrikeln. Der Fachschaftsrat und die Suche nach bestehenden Gruppen in sozialen Netzwerken oder verschiedenen Foren kann möglicherweise hilfreich sein. Einige Gruppen sind hier unter den Links gelistet. Gib nicht auf, wenn Du keine findest. Auch alleine kannst Du viel erreichen.

3. Persönliche Gespräche

• Arrangiere ein Gespräch mit der/m zuständigen ProfessorIn. Erkläre, dass der ‘Verbrauch’ von Tieren in dem betreffenden Kurs mit Deiner ethischen Einstellung nicht zu vereinbaren ist. Du bist bereit, den Unterrichtsstoff zu lernen, aber nicht auf Kosten von Tieren. Bitte um eine gute Alternative, da Du nicht an den ‘tierverbrauchenden’ Teilen des Kurses teilnehmen willst. Erkläre, dass Du an einer beiderseitig akzeptablen Lösung interessiert bist. Lass Dich nicht von Deiner/m ProfessorIn einschüchtern. Du hast ein Recht auf eine eigene Meinung. Argumentiere klar, kompetent und freundlich, lasse dir Türen offen für weitere Gespräche. Biete eigene Mitarbeit bei der Suche nach kompatiblen alternativen Lehrmaterialien an.

• Wenn Dein/e ProfessorIn offen für Deine Argumente ist und Dir akzeptable Alternativen anbietet, bitte um eine schriftliche Bestätigung, die Bescheinigung zum bestandenen Praktikum entsprechend Eurer Abmachungen auch zu erhalten. Im Falle einer ablehnenden Haltung Deiner/s ProfessorIn wirst Du zum nächsten Schritt übergehen müssen.

4. Erweiterte Informationssammlung

Es ist empfehlenswert, schriftliche Aufzeichnungen über alle Deine Aktionen zu machen, z.B. Ort und Zeit von Gesprächsterminen mit ProfessorenInnen, Inhalt der Gespräche und Namen der anwesenden Personen.

• Finde mehr über die bevorstehenden ‘tierverbrauchenden’ Übungen heraus. Stelle fest, ob diese Experimente noch an anderen Hochschulen durchgeführt werden. Mache Dich vertraut mit möglichen tierverbrauchsfreien Lehrmethoden, deren Handhabung, Qualität und Kosten. Erarbeite ein Konzept, in dem alle ‘tierverbrauchenden’ Versuche des betreffenden Kurses aufgeführt sind sowie geeignete Alternativen. Denke daran, dass eine Kombination verschiedener Methoden die Lernziele häufig besser erreicht als einzelne Alternativen. Verweise auf andere Hochschulen, an denen bereits Alternativen zu dem betreffenden Thema erfolgreich eingesetzt werden, oder die entsprechenden Versuche kein Pflichtbestandteil der Ausbildung sind.

• Mache Dich mit den entsprechenden Gesetzestexten vertraut.

• Verbreite die gesammelten Informationen und mobilisiere Deine Kommilitonen. Suche Unterstützung bei Fachschaften und ASten. Veranstalte Informationsstände und Umfragen.

5. Konzeptunterbreitung

• Unterbreite Deiner/m ProfessorIn ein Konzept mit Deinen Argumenten und Forderungen sowie detaillierten Informationen über geeignete Alternativmethoden und Literaturhinweisen. Viele Alternativen können über SATIS in Kooperation mit InterNICHE ausgeliehen werden, einige Materialien sind als Freeware oder sehr günstig erhältlich.

• Werden Deine Vorschläge akzeptiert, bitte um eine schriftliche Bestätigung.

6. Ausweitung der Arbeit

• Werden Deine Vorschläge hingegen nach wie vor nicht angenommen, musst Du Dich an übergeordnete Stellen wenden. Formuliere Deine Forderungen schriftlich. Richte Dich an die Praktikumsleiter und zuständigen Hochschulgremien, z.B.: Institutsleitung, Direktorium, Fachbereichsrat, Dekanat, Universitätsleitung. Erwähne darin die Namen (bzw. Anzahl) aller Studenten, die Deine Forderungen unterstützen. Es empfiehlt sich möglichst sachlich zu bleiben und auf eine schriftliche Stellungnahme nach einer gewissen Wartefrist (ca. 4 Wochen) zu bestehen. Weise auf schon geführte Diskussionen und Umfragen hin und auf Deine Bereitschaft, an Alternativen mitzuarbeiten. Lege Dein erarbeitetes Konzept bei.

• Mache das Problem öffentlich. Informiere die lokale Presse und schreibe Artikel für AStA- und Fachschaftszeitungen. Organisiere eine Podiumsdiskussion. Wende Dich an die zuständigen Ministerien und reiche eine Petition im Landtag ein.

7. Gerichtliche Auseinandersetzung

• Sind die zuständigen Professoren immer noch zu keiner Kooperation bereit, bleibt nur der gerichtliche Weg. Einige Studenten waren bereits vor Gericht erfolgreich, andere haben verloren. Bevor Du diesen Weg beschreitest, setze Dich unbedingt mit SATIS in Verbindung. Sei Dir im klaren darüber, dass dieser Weg trotz der jetzt verbesserten Rechtslage (Tierschutz als Staatsziel) äußerst mühsam, teuer und zeitraubend sein kann und dass Du Dein Studium unter Umständen für viele Jahre unterbrechen musst.

SATIS kann Dich bei all Deinen Schritten unterstützen und Dich mit Informationen versorgen. Auch eine Unterstützung durch Vermittlung eines Anwalts ist denkbar. Bitte informiere uns über Deine Aktionen und Erfolge – Deine Erfahrungen können anderen Studierenden nützlich sein.

Panorama Theme by Themocracy