Keine Nachteile durch die Wahl des Alternativprogramms zu erwarten

PM: Sommersemester 2012: Uni Mainz reduziert Tierverbrauch

Mit dem gerade startenden Semester dürfen Biologiestudenten an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) erstmals ein Alternativprogramm zur Sezierpflicht wählen. Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte bedeutet dies einen Dammbruch, denn studieren ohne dafür getötete Tiere ist in den Studiengängen Biologie, Human- und Tiermedizin kaum möglich. Er fordert nun die Dozenten dieser Fakultäten auf, ihren Studenten gleichen Fortschritt zu bieten.

„Das Mainzer Vorbild muss Schule machen! Daran arbeiten wir. Bundesweit haben alle Dozenten die Option, ihre Lehre zugunsten ethischer Belange zu ändern – garantiert durch das Grundrecht der Freiheit der Lehre und aktuell gestärkt durch die ab 2013 anzuwendende neue EU-Tierversuchsrichtlinie“, so Dr. Astrid Schmidt. , Projektleiterin „SATIS“ beim Bundesverband Menschen für Tierrechte. Die Studenten müssten auch keine Nachteile für ihre Karriere befürchten. Unter anderem haben Studienberatungsstellen dem Verband mitgeteilt, dass der spätere Zugang zum Masterstudium der Biologie unproblematisch möglich ist (die detaillierten Antworten der Studienberatungsstellen finden Sie hier). Darüber hinaus setzen andere Staaten wie Italien, Schweden oder die Niederlande auch bereits verstärkt auf solche humanen Lehrmaterialien.

„Für uns ist die Mainzer Uni im Bereich Biologie die fortschrittlichste Hochschule in Deutschland. Denn sie befreit Studenten aus quälenden Gewissenskonflikten, nutzt neue, innovative Methoden und rettet gleichzeitig Tierleben“, betont Schmidt. Wie der Bundesverband über sein Portal www.satis-tierrechte.de belegt, gibt es reichlich Alternativen zum eigenhändigen Präparieren getöteter Tiere: z. B. Seziervideos, Tiermodelle oder mikroskopische Präparate. Und zum Erlernen spezieller Handfertigkeiten könne der Bedarf über Spendertiere gedeckt werden, analog der menschlichen Körperspende.

Zum Angebot der Wahlmöglichkeit eines Alternativpraktikums in der Anatomie/Fachbereich Biologie war es nach Studentenprotesten und Gesprächen des Bundesverbandes mit der Unileitung Mainz gekommen. Die Ausschreibung „Innovative Lehrprojekte an der JGU 2011“ fördert die Initiative. Begrüßt wird die Entscheidung auch vom Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO) und der Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF).

Das Bundesverband-Projekt „SATIS – für humane Ausbildung“ ist Schaltstelle zwischen Studierenden, Dozenten sowie Alternativen-Herstellern und Behörden. SATIS fordert Gewissensfreiheit für Studenten, die durch bereits heute existierende Alternativen zum Tierverbrauch zu gewährleisten wäre. Dazu zählen Software, Modelle, Simulatoren sowie auch Spendertierkörper. SATIS bietet außerdem Zugang zu einer umfangreichen deutschsprachigen Alternativen-Datenbank sowie den kostenlosen Verleih vieler dieser Materialien.

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