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Von , 11. Juli 2018 15:58

Traurige Realität: Noch immer müssen sich Studierende in den klassischen Studiengängen mit toten Tieren in den Anfängerkursen herumschlagen. Das haben die Antworten einer kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus ergeben.

Humboldt-Universität: Tierverbrauchsfreie Methoden und Tierverbrauch

Danach gibt es seit 2014 an der Humboldt-Universität einen Tierschutzausschuss, wodurch in zahlreichen Kursen auf tierverbrauchsfreie Methoden umgestellt wurde. Aber: In einigen wenigen Kursen werden in den Studiengängen der Biologie und der Agrarwissenschaften lebende und tote Tiere, wie Kleinnager, Fische, Frösche, Krebse und Insekten eingesetzt. Im anatomisch-morphologischen Bereich werden dabei die Studien an bereits toten Tieren durchgeführt. Der einzige Lichtblick: Mit Ausnahme von Demonstrationen durch den Dozenten am bereits toten Tier bzw. an Präparaten können die Studierenden frei über die weiteren Kurse wählen, ob sie am Tier arbeiten wollen oder nicht. Kurse mit Eingriffen am lebenden Tier oder Tötungen von Tieren sind in diesen Studiengängen keine Pflicht.

Freie Universität (FU): Studium am Tier, Training tierverbrauchsfrei

Im Studiengang der Veterinärmedizin werden Tierversuche mit lebenden und toten Tieren, wie Hunde, Katzen, Geflügel, Wiederkäuer, Pferde und Schweine durchgeführt. Dabei ist auch das Töten eines Tieres Studienbestandteil. Die Berichterstatter weisen darauf hin, dass für die tierärztliche Ausbildung die Arbeit am Tier aufgrund der bundesrechtlichen Vorgaben nach der Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV) zwingend notwendig sei. Dennoch wurde für die systematische Ausbildung an Modellen als Alternative zu Tieren das Übungstool „Veterinary Skills Net“ eingerichtet.

Biologie an der FU: Aussagen bleiben nebulös

Beim Tierverbrauch im Biologiestudium bleiben die Berichterstatter unkonkret: Im Bereich der Biologie werde an der Freien Universität mit Tieren gearbeitet, die nicht für den Versuchszweck, aber aus anderen Gründen, insbesondere aufgrund medizinischer Indikation, getötet werden mussten. Erfahrungsgemäß wurden früher immer überschüssige Versuchstiere aus anderen Einrichtungen auf Lager gehalten und dann verwendet. Woher plötzlich so viele Tiere stammen, die aus medizinischen Gründen eingeschläfert worden sein sollen, bleibt schleierhaft.

SATIS empfiehlt daher, auf jeden Fall noch mal bei den Studienleitern und Dozenten nachzufragen, woher genau die toten Tiere für die Kurse stammen.

Charité hat auf Ersatzverfahren umgestellt

An der Charité finden im Rahmen der Lehre keine Tierversuche statt. In der Vergangenheit wurden die Kurse und Praktika auf Tierersatzmethoden umgestellt.

Die kleine Anfrage der Fraktion Die Linke geht auf eine Initiative von Ärzte gegen Tierversuche e.V. – AG Berlin und mit drei weiteren Vereinen sowie dem tierschutzpolitischen Sprecher der Linksfraktion in Berlin, Michael Efler, zurück.

Wir danken für dieses Engagement.

Näheres erfahrt Ihr hier: https://www.berlin-gegen-tierversuche.de/app/download/11880995757/180627_Anfrage_Tierversuche+im+Studium.pdf?t=1531167185

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