Hessen: Schülerlabor Neurowissenschaften eröffnet

Von , 16. September 2015 10:03

Am Goethe BioLab der Goethe-Universität gibt es jetzt ein Schülerlabor. Die Versuche für die Jahrgangsstufen 7-9 finden ohne Tierversuche statt.

Finanziert wird das Labor von der Hertie-Stiftung mit 318.000 Euro in den nächsten drei Jahren. Das Institut beteiligte sich aber auch an der inhaltlichen Entwicklung der Experimente.

„Dank der großzügigen Förderung durch die Hertie-Stiftung konnten wir für das Schülerlabor Neurowissenschaften Experimente mit modernsten Geräten entwickeln, die realistische Einblicke in die moderne Forschung geben“, so Prof. Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität in einer aktuellen Pressemitteilung der Universität.

Um Tierversuche zu vermeiden, haben die Forscher virtuelle Dauerpräparate von Nervenzellen entwickelt. Sie sollen die klassischen Mikroskopiepräparate mit echten Zellen ersetzen. Hier kann man Zellbestandteile mit Farbmolekülen markieren, so wie es beispielsweise in der Fluoreszenzmikroskopie üblich ist. Die Schüler arbeiten dabei mit einem speziell entwickelten „virtuellen Mikroskop“.

Es gibt zudem Selbstversuche mit Eyetracking Systemen. Dabei wird untersucht, wie das Gehirn visuelle Informationen wahrnimmt und verarbeitet. Der Eyetracker dokumentiert, in welche Richtung das Auge blickt und wie lange es einzelne Bildbereiche fixiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schüler bei der Eyetracking-Aufnahme.
Foto: Goethe-Universität Frankfurt.

 

Um die Reizleitung in Nervenzellen ohne Tierversuche nachvollziehen zu können, kommen auch hier künstliche Präparate in einem authentischen Messaufbau zum Einsatz, die einen realistischen Eindruck von elektrophysiologischen Messungen in einem Forschungslabor geben.

Zudem kommt die Elektroenzephalografie (EEG) zur Anwendung. Die Schüler können damit ihre eigenen Gehirnaktivitäten unter verschiedenen Versuchsbedingungen messen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schüler bei der EEG-Messung.
Foto: Goethe-Universität Frankfurt.

 

Mit modernen 3D-Scanning und -Printing-Verfahren können Schüler selbst eigene Modellvorstellungen von der Funktion und Struktur der Nervenzellen entwickeln.

Quelle:
http://www.muk.uni-frankfurt.de/58143303/241

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